Bienenfreundlich durch den Herbst

Infobox: Tipps für Wohnraum und das nächste Bienenbuffet

Efeu-Seidenbiene, Quelle: PJT56 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Mit der Sommersonnenwende beginnen Honigbienen mit ihrer Wintervorbereitung: Sie reduzieren ihre Bautätigkeiten, werfen die männlichen Drohnen aus dem Stock und die ersten Winterbienen kommen zur Welt: Sie sollen das Volk erfolgreich über den Winter bringen und leben dafür deutlich länger als ihre sommerlichen Schwestern. Sobald im Herbst die Temperaturen gegen Null Grad fallen, stellt die Königin ihre Eiablage ein. Die verbleibenden 5.000 - 10.000 Bienen werden eine Traube bilden und über den Winter - je nach Größe - zwischen 12 und 20kg Honig "verheizen". Für die meisten Wildbienen hingegen bedeutet der Herbst das Lebensende, nachdem der Schlafplatz für den eigenen Nachwuchs fertiggestellt worden ist.   

Gleichzeitig beginnt nach der Lindenblüte für alle Bienen eine blüharme Zeit. Schon im Spätsommer zählt jede Blüte im Garten: Pflanzen wie Borretsch, Oregano, Lavendel, Malven, Minzen oder Sonnenblumen werden zu einem echten Hotspot für fliegende Insekten. Nach dem wilden Wein folgen im September mit der Blüte von Efeu und des nicht-heimischen Strauchs „7-Söhne-des-Himmels“ die letzten großen „Tankstellen“.

Tipps für Lebens- und Wohnraum

  • Mut zum Natürlichen: So verlockend ein „aufgeräumter“ Garten auch im Herbst sein mag, ungemähte Teilgebiete, kleine Kieshaufen und stehen gelassene Stängel sind ideale Winterschlafplätze für die nächste Wildbienengeneration. Vor allem hohle oder markhaltige Stängel von Königs- und Nachtkerzen, Schilf oder Holler sind beliebt. Wer Glück hat, entdeckt vielleicht sogar so ein solch‘ verbautes „Schlafloch“ in einem Pflanzenstängel!
  • Insektenhotels geöffnet lassen: Selbiges gilt für Insektenhotels und andere Nisthilfen. Da in ihnen wahrscheinlich junge Wildbienen überwintern, wäre ein Ortswechsel – insbesondere nach Innen – lebensbedrohlich für sie. Darum bitte Draußen stehen lassen!
  • Nisthilfen bauen: Die kalten Tage im Winter bieten sich auch an, um selbst Insektenhotels für das kommende Jahr zu bauen! Schon ein naturbelassener Holzblock mit Bohrlöchern kann vielen Bienen Platz bieten! Über die richtige Größe der Bohrungen, Materialien und weitere Details informieren zum Beispiel Anleitungen im Internet oder die Landesbroschüre „Nisthilfen – Anleitungen zum Selbermachen“.

Tipps für das nächste Bienenbuffet

Der Spätherbst ist der ideale Zeitpunkt, um Sträucher für die nächste Blühsaison zu pflanzen und das eine oder andere Bienenbuffet vorzubereiten. Wer bei Obstbäumen, Beeren und Wildblumen auf regionale Bio-Qualität und vielfältiges Blütenangebot achtet, bietet auch Bienen und vielen anderen Insekten reichlich Nahrung.

  • Hecken die allen schmecken: Besonders anziehend für (Wild)Bienen und Hummeln sind – neben Him- und Brombeeren – auch Kornelkirsche sowie Sand- und Weißdorn. Mit den Beeren haben später auch die Vögel ihre Freude - und zum Marmeladenmachen eignen sie sich sowieso!
  • Frühlingsgrüße: Da alle Bienen im zeitigen Frühjahr dringend Nektar und Pollen für sich und ihre Brut brauchen, sind Frühblüher wie Weiden, Schneeglöckchen oder Krokusse besonders willkommen.

Ob zum Süßen für Tees, einfach auf dem Brot oder als Lebkuchenzutat: Honig ist das ganze Jahr über beliebt, besonders aber in der kalten Jahreszeit. Wer auf regionalen Qualitätshonig setzt, unterstützt die Imkerei vor Ort, schmeckt die Blüten der Region und vermeidet obendrein „gepanschten Honig“ aus Übersee.

Text: Richard Schachinger

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