Der Bienengarten - Stauden

Bienenfreunde wissen, dass sie ihren Lieblingen mit einem möglichst blütenreichen Garten unter die Flügel greifen können. Allerdings ist es nicht gerade einfach, aus dem großen Sortiment in den Gärtnereien die wirklich bienenfreundlichen Pflanzen zu finden.

Waldgeißbart (Foto: Markus Kumpfmüller)

Denn die Bezeichnung „Bienenfreundlich“ ist – anders als „Bio“ bei Lebensmitteln – nicht geschützt. So werden zahlreiche nicht-heimische Pflanzen und Saatgut mit bunten Exoten als „bienenfreundlich“ beworben. Wenn überhaupt helfen diese Pflanzen „nur“ der Honigbiene sowie einigen Generalisten unter den Wildbienen. Rund ein Drittel der 420 in Oberösterreich heimischen Wildbienen haben sich im Laufe der Evolution an die heimischen Blütenpflanzen angepasst. Diesen Wildbienen kann mit standortgerechten Staudenbeeten eine Nahrungs- und Lebensgrundlage geboten werden. Das Bodenbündnis in OÖ hat folgende Bepflanzungsanregungen für Sie zusammengefasst:

Das Schattenbeet: Die Nordseite von Gebäuden und Hecken oder Flächen unter großen Bäumen werden in manchen Gärten als „Problemzonen“ empfunden – tatsächlich sind sie für Rasen schlecht geeignet. Mit Schattenstauden hingegen kann man üppige Pflanzengesellschaften etablieren. Vorbild für diese Flächen ist die natürliche Waldboden- und Waldsaumvegetation, die einen hohen Humusanteil und gute Nährstoffversorgung aufweist. So soll hier am besten mit reifem Kompost und einer dicken Mulch-Schicht aus Laub oder Grasschnitt nachgeholfen werden.

Passende Pflanzen sind z.B. Hochstauden wie Wald-Geißbart, Nesselblättrige Glockenblume oder Klebriger Salbei. Als Bodendecker können Waldmeister, Goldnessel und Frühlingsblüher wie Scharbockskraut, Lungenkraut, Buschwindröschen und Schneerosen dienen. Auch Farne sind ein Blickfang und können mit Totholz und großen Steinen das Bild abrunden.

Sonnig-lehmige Standorte: Diese Standorte sind die klassischen Blumenbeete in den meisten Gärten. Zahlreiche heimische Wildstauden stehen für die Bepflanzung zur Verfügung: Frühlingsblüher wie Winterlinge, Krokus und Schneeglöckchen helfen den ersten Bienen des Jahres bis zur Blüte der Weiden.

Im Sommer lassen sich mit Rainfarn, Johanniskraut, Färber-Hundskamille, Glockenblumen, Flockenblumen, Malven und Königskerzen teils spezialisierte Wildbienen in den Garten locken. Bei ungefüllten Rosen gelangen Bestäuberinsekten an Pollen und Nektar. Im Herbst lassen sich die Hagebutten ernten und zu Marmelade verarbeiten – vorausgesetzt man is(s)t schneller als die Vögel. Auch mit ausdauernden Samenständen von Karden, Blutweiderich, Königskerze oder Sonnenblumen, welche man über den Winter stehen lässt, lockt man Vögel in den Garten. Gleichzeitig bietet man Überwinterungsquartiere für stängelnistende Wildbienen. Die Stängel können im Frühling geschnitten werden und sollten bis zum Schlüpfen der Wildbienen in einer Ecke im Garten liegen oder besser stehen bleiben – sie können zum Beispiel dekorativ an einen Zaun, einen Baumstamm oder eine Laube gebunden werden.

Sonnig-trockener Standort (Foto: Markus Kumpfmüller

Sonnig-trockene Standorte: Auf Schotter oder Sand-Böden können Nährstoffe nicht lange gehalten werden und auch das Mikroklima ist durch Extreme (Hitze, Trockenheit, Fröste) geprägt. Spezialisierte Pflanzengesellschaften brauchen jedoch genau diese harschen Bedingungen, um ihre Blütenpracht zu entwickeln. Besonders wichtig sind diese Standorte („Sandarium“) auch für die Boden-nistenden Wildbienen: Sie bilden immerhin rund zwei Drittel der heimischen Arten. Hier eignen sich besonders so genannte „Sukkulenten“ (saftreiche Pflanzen) wie Hauswurz und Mauerpfeffer oder Trockenheitsspezialisten wie Arznei-Thymian, Quirl-Salbei und Steinquendel. Spezialisierte Stauden wie Dunkle Königskerze, Kartäuser- und Felsen-Nelken sowie Rundblättrige Glockenblumen passen ebenso gut, wie der einjährige Natternkopf, die Wegwarte oder der Klatschmohn. Kombinationen mit Steinmauern oder Kräuter-Gärten bringen mediterranen Flair in den Garten.

Nähere Hinweise zu diesen Themen finden Sie auch im Handbuch „Wege zur Natur im Garten“, das bei der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich erhältlich ist – n.post@ooe.gv.at

Viele der genannten Pflanzen sind in gut sortierten Gärtnereien zu finden. Heimische Wildstauden aus kontrollierten regionalen Herkünften sind über die Mitgliedsbetriebe des REWISA-Netzwerks (www.rewisa-netzwerk.at) erhältlich.

Den Text zur Verwendung für Ihrer Gemeindezeitung / Homepage finden Sie hier.

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