Bienenfreundliche Gemeinden:

Engagement für mehr Artenvielfalt wächst: 15 neue Gemeinden ausgezeichnet!

Foto: Land OÖ

Auf ihren Wiesen und in ihren Parks nimmt das Summen wieder stetig zu: 15 neue „Bienenfreundliche Gemeinden“ sind am 2. Juli von Umwelt-Landesrat Rudi Anschober im Biologie-Zentrum Linz ausgezeichnet worden.

Insgesamt setzen sich damit schon 27 Gemeinden in Oberösterreich im Rahmen dieses Projektes aktiv für den Bienenschutz und Artenvielfalt ein. Sie verzichten mit Unterstützung des Bodenbündnis OÖ auf Pflanzenschutzmittel auf öffentlichen Grünflächen, bepflanzen diese bienenfreundlich oder laden die Bevölkerung ein, auch ihre Hausgärten in kleine Oasen für Insekten zu verwandeln. Allein die ersten 12 Gemeinden haben innerhalb der ersten zwei Jahre – neben zahlreichen Aktionen - 10.000 m² Bienenweide und über 14 Hektar Wiesen auf extensive Nutzung umgestellt. Im letzten Jahr sind zunächst die Gemeinden Ampflwang, Grieskirchen, Krenglbach, Laakirchen, Marchtrenk, Scharten, Schwertberg, St. Florian, St. Marienkirchen und Timelkam in das Programm eingestiegen, ehe sich heuer Edt bei Lambach, St. Georgen an der Gusen, Regau, Taiskirchen und Thalheim bei Wels auf den Weg machten. Noch vor der feierlichen Auszeichnung der Genannten, wurde zu einem beeindruckenden Wildbienen-Rundgang durch den Ökopark sowie einer Vorstellung der weltweit bedeutenden Wildbienen-Sammlung mit den Experten Mag. Fritz Gusenleitner, Dr. Martin Schwarz sowie Univ.-Doz. DI Dr. Martin Pfosser geladen.

 „Ich möchte allen Mitwirkenden in den Gemeinden, insbesondere den Bienenbeauftragten, recht herzlich für ihr bienenfreundliches Engagement danken. Es freut mich sehr, dass wir diese vorbildliche Arbeit in diesem gebührenden Rahmen im Biologie-Zentrum auszeichnen dürfen und das Interesse am Programm größer ist denn je: Alleine für heuer haben sich 20 weitere Gemeinden für eine Teilnahme angemeldet,“ sagt Gerlinde Larndorfer-Armbruster vom Bodenbündnis OÖ.

LR Rudi Anschober: „Unsere ‚Bienenfreundlichen Gemeinden‘ sind Vorbilder im Einsatz für mehr Vielfalt. Aus diesem Grund freut es mich besonders, dass die oberösterreichische Landesregierung mit einem einstimmigen Beschluss dem Ausbau des Projekts zugestimmt hat. Es haben sich bereits über 20 neue Gemeinden für eine Teilnahme gemeldet.“ 

Foto: Land OÖ

Bienenfreundliche Gemeinden in OÖ

"Gemeinden ergreifen als Vorbilder, Vermittler/innen und Bewusstseinsbildner/innen die Initiative und können so vor Ort eine Schlüsselfunktion einnehmen. Die ökologische Pflege von öffentlichen Flächen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur „Bienenfreundlichen Gemeinde“. Mehr Vielfalt, die vorausschauende Planung und Pflege sowie alternative Methoden ermöglichen einen Verzicht auf Glyphosat und andere chemische Pestizide. Wir unterstützen Gemeinden fachlich dabei, die jeweils geeigneten Maßnahmen für die örtlichen Gegebenheiten zu finden und stellen ihnen die vielfältigen Möglichkeiten dafür vor,“ erklärt Georg Wiesinger vom Bodenbündnis OÖ.

Aktivitäten Bienenfreundliche Gemeinde Wartberg an der Krems

Als erste Gemeinde im Bezirk Kirchdorf ist Wartberg in das Bienen-Projekt des Bodenbündnis OÖ eingestiegen. Durch den Bau des Lehr- und Schaubienenhauses wurde das Bewusstsein, wie wichtig die Biene ist, gestärkt. Bürgermeister Franz Karlhuber: „Die Marktgemeinde Wartberg hat sich deshalb entschieden, Bienenfreundliche Gemeinde zu werden. Ziel ist, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Bienen weiter zu schärfen. Das Projekt Bienenfreundliche Gemeinde soll die Gemeinde die nächsten Jahre bei den Bemühungen (Wild)- Bienen, Insekten und darüber hinaus auch Vögel und Säugetiere zu schützen, begleiten.“ Am 9. Juli erfolgte der Startworkshop, welcher dazu dienen soll der Bevölkerung zu erläutern, welche Maßnahmen notwendig sind, um ein bienenfreundliches Umfeld zu
schaffen.

„Wir als Marktgemeinde verwenden bereits seit Jahren keine chemischen Pflanzenschutzmittel auf öffentlichen Flächen. Weiters haben wir heuer ca. 3.000 m² Flächen in „Bienenweiden“ umgewandet“, sagt Bürgermeister Karlhuber. Wartberg hat viele bäuerliche Familienbetriebe, welche bemüht sind nachhaltig zu wirtschaften. Heuer wurden bereits 50.000 m² (13 Kilometer Blühstreifen) angelegt.
 

Aktivitäten Bienenfreundliche Gemeinde Regau

Die Gemeinde Regau ist seit letztem Jahr eine Bienenfreundliche Gemeinde. Regau hat in dieser kurzen Zeit bereits viele Aktivitäten umgesetzt. Beginnend mit der Bepflanzung des Ortsplatzes mit Lavendel, der bienenfreundlichen Bepflanzung der Ortsumfahrung, über viele informative Artikel in der Gemeindezeitung, bis hin zu weniger intensivem Mähen und Projekten in Zusammenarbeit mit der Volksschule.

„Wir haben auch heuer wieder viele bienenfreundliche Aktivitäten geplant. Bei der ‚Regauer Dorfroas‘ wird es einen Infostand der Regauer Imker mit Bienenstock geben. Zudem werden wir im Zuge des Ferienprogramms ein Insektenhotel im Bereich des Spielplatzes am Badesee Regau installieren“, sagt Vizebürgermeister Karl Haas.

Für die nächsten Jahre sind zudem eine Obstbaumaktion, Vorträge der Regauer Imker/innen und des Verschönerungsvereins und ein Schwerpunkt „Bienenfreundliches Garteln“ geplant. Ein Teil der Fläche der ehemaligen Schottergrube ist als Permakultur angedacht, weitere Gemeindeflächen sollen bienenfreundlich bepflanzt werden. Im Bereich der Gastronomie wird gemeinsam mit den Wirt/innen an einer kulinarischen „Bienen-Woche“ gearbeitet.

Petition „Rettet die Bienen! 

Ziel für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt ist eine möglichst breite Unterstützung und damit Rückenwind für ein oberösterreichisches Bienenschutzprogramm. Link: www.ooebluehtauf.at

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