Boden - Basis unseres Lebens

Während Klimaschutz, Gewässerschutz oder Naturschutz bereits selbstverständliche Ziele in Politik und Verwaltung sind, hinkt der Bodenschutz dieser Entwicklung hinterher. Dabei ist der Boden eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für uns Menschen und eine endliche Ressource. Er ist die Basis für unsere Ernährung, Lebensraum für die Bodenbewohner, filtert Schadstoffe und schützt damit das Grundwasser. Außerdem speichert Boden Regenwasser und hilft damit Überschwemmungen vorzubeugen – Wasser kann sich regenerieren, Luft kann wieder sauber werden. Verdichteter oder versiegelter Boden ist im Gegensatz dazu für die kommenden Generationen in seinen Funktionen verloren oder zumindest stark eingeschränkt.

Boden ein Gesicht geben - Zuständigkeiten klären und Aufgaben vernetzen

Das Thema Boden ist eine Querschnittsmaterie in der Gemeinde! Betroffen sind die Bereiche Umwelt, (Grün)Raumplanung, Tiefbau oder Landwirtschaft. Hier werden auf Gemeindeebene wichtige Entscheidungen getroffen und der Boden in der Gemeinde beeinflusst.

Boden bewerten und gezielt bewahren - Bodenfunktionskarten

Böden erfüllen für uns Menschen wesentliche Aufgaben: Auf Böden wachsen unsere Lebens­ und Futtermittel. Aber auch Pflanzen, die unsere Landschaft bereichern und für viele Tiere wie Insekten wichtig sind. Böden filtern und puffern Schadstoffe und schützen damit unser Grundwasser. Sie speichern Regenwasser und helfen damit Überschwemmungen vorzubeugen. Boden ist aber auch vielfältiger Lebensraum für Bodenbewohner und bedeutend für den Klimaschutz. Aber Boden ist nicht gleich Boden. Wenn Sie die Böden der eigenen Gemeinde kennen, können Sie gezielt die wertvollsten bewahren.
 

Boden bewusst und erlebbar machen

Während Gewässer­ oder Klimaschutz meist schon selbstverständliche Ziele der kommunalen (Umwelt)politik sind, hinkt der Schutz des Bodens, einer der wichtigsten Lebensgrundlagen für uns Menschen, weiter dieser Entwicklung hinterher. Dabei ist Boden­Bewusstsein der Schlüssel für weitere Maßnahmen. Der Garten ist für viele Menschen der unmittelbare Ort, um Boden zu erleben. Daher spielen Schulgärten oder Gemeinschaftsgärten eine besonders wichtige Rolle, um das Bewusstsein für die Ressource Boden zu erhöhen. Aber auch Hausgarten­BesitzerInnen können unter dem Motto „Boden – die Basis des Gartenerfolgs“ für die Bedeutung des Bodens sensibilisiert werden.
 

Auf Bodenschutz bauen

Am besten ist es, wenn Bodenbeeinträchtigungen erst gar nicht stattfinden. Für die Entwicklung einer Gemeinde sind jedoch Bodeneingriffe im Zuge von Baumaßnahmen (für Wohnungsbau, Gewerbe und Industrie, Infrastruktur) oft unvermeidbar. Ziel sollte aber sein durch örtliche Bauvorschriften, flächensparende Erschließung und Planung der Gebäude (Bebauungsplan etc.) sowie einen sorgsamen Umgang mit Boden bei Bauvorhaben, die Schäden möglichst kleinflächig und gering zu halten.
Für eine erfolgreiche Umsetzung von Bauvorhaben sind aus Sicht des Bodenschutzes ein schonender Umgang mit der Ressource Boden und die sachgerechte Rekultivierung der betroffenen land- oder forstwirtschaftlichen Flächen notwendig. Durch eine bodenkundliche Baubegleitung können dauerhafte Schäden im Boden, Konflikte mit den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern oder Sanierungsforderungen vermieden werden.

Unser Boden für Bienen - Bienenfreundliche Gemeinde und ökologische Pflege

Boden ist nicht nur durch Versiegelung gefährdet (quantitativer Bodenschutz), auch dem Schutz unversiegelten Bodens vor Veränderungen seiner natürlichen Beschaffenheit (qualitativen Bodenschutz) kommt eine große Bedeutung zu.
Es gilt die Schädigung durch Verunreinigung, Humusabbau oder Erosion zu vermeiden. Dabei spielen nicht nur die  landwirtschaftlichen Flächen, sondern auch Privatgärten oder öffentliche Flächen eine große Rolle. Hier können Gemeinden direkt ansetzen.

Bodenverbrauch reduzieren - Ortskerne stärken

Für den Erhalt und die Wiederbelebung von Orts- und Dorfkernen spielt das Prinzip „Innen- vor Außenentwicklung“ eine entscheidende Rolle. Im Fokus steht dabei der effektive und nachhaltige Umgang mit den vorhandenen Flächen durch Brachflächenrecycling, maßvolle Nachverdichtung und die Aktivierung von Baulücken. Innenentwicklung sorgt für die notwendige Auslastung bestehender Infrastruktur. Damit sind weniger Neubauten von z.B. Straßen, Kanal oder Trinkwasserleitungen nötig, was wiederum die Kosten senkt. Ein wichtiger Aspekt für eine hohe Lebensqualität im Zentrum sind Grün- und Erholungsräume. Grünflächen sollten daher dauerhaft als grünes Netz den Siedlungsraum ergänzen und bereichern. Sie tragen zur Kühlung und Befeuchtung des Siedlungsraums bei, sie filtern die Luft und vermindern die Gefahr von Hochwasser. Das ist besonders wichtig, damit die Gemeinden auch im Klimawandel, bei steigenden Temperaturen und vermehrten Starkregenereignissen, lebenswert bleiben.

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